Informationen zur Ausstellung Kurt Gerstein (1905 - 1945) - Widerstand in SS-Uniform
und zum Film "Der Stellvertreter" von Costa-Gavras (2002 in den deutschen Kinos)

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und des Förderkreises Kurt Gerstein entstanden. Zunächst in der Gedenkstätte Berlin, ist sie bisher mit großem Erfolg in vielen deutschen Städten und auch in der französischen Hauptstadt Paris gezeigt worden. Sie würdigt die Person des SS-Obersturmführers Kurt Gerstein, der eine der interessantesten Gestalten des deutschen Widerstandes im Nationalsozialismus ist.

Die Einstufung als Mitläufer und Mittäter hat Gerstein in der Nachkriegszeit lange begleitet; erst 1963 wurde er rehabilitiert. Seine Rolle als Widerstandskämpfer wurde immer mehr anerkannt; biographische Arbeiten wurden über ihn geschrieben und seine Rolle auch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gewürdigt.

Vor allem Rolf Hochhuths Stück "Der Stellvertreter" (1963) trug zur Rehabilitierung Gersteins bei. Auf diesem Stück beruht der am 30. Mai 2002 in die deutschen Kinos kommende Spielfilm von Costa-Gavras "Der Stellvertreter", in dem Kurt Gerstein nun ganz im Mittelpunkt steht. Der Film nimmt sowohl fiktive Elemente (so Gersteins Vorstoß gegen die Judenvernichtung beim Vatikan und bei Papst Pius XII.) als auch Fakten aus dem Leben Gersteins auf. Gespielt wird Kurt Gerstein im Film von Ulrich Tukur.

Mit Ausstellung und Film begegnen sich die Gestalt der Zeitgeschichte Kurt Gerstein und die fiktive Person Kurt Gersteins; bei aller "Zwiespältigkeit des Guten" hat so der "Spion Gottes" und "Zeuge des Holocaust" Kurt Gerstein (so drei Buchtitel seiner Biographien) endlich die verdiente öffentliche Anerkennung gefunden.


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